Ein Kunstwerk beginnt im Fragment, in einer flüchtigen Idee, einem unscheinbaren Strich, einer Bewegung der Hand. Noch ist nichts fest, nichts entschieden. Alles ist Möglichkeit. Der Künstler formt, verwirft, fügt hinzu – und währenddessen verwandelt sich das Werk unaufhörlich. Aus Linien werden Flächen, aus Farbe wird Gestalt, aus Chaos wird Ordnung. Doch dieser Moment, in dem das Werk als "vollendet" gilt, ist nur eine Zwischenstation, keine endgültige Form.

Sobald es den Raum des Ateliers verlässt, beginnt eine neue Wandlung. In der Ausstellung begegnen ihm fremde Augen, andere Gedanken, Stimmungen, Erinnerungen. Jeder Blick, jedes Gespräch öffnet neue Bedeutungen. Das, was einst aus einer inneren Regung entstand, wird zum Spiegel für andere, zum Gegenüber, das sich jedem anders zeigt.

 

In ihrer Malerei und ihren skulpturalen Objekten führt Petra Höcker radikal vor Augen, wie fragil der menschliche Körper und die menschliche Psyche sind. Fragmentierte, an Haken hängende Formen, organische Strukturen und nervenähnliche Fasergeflechte verweisen auf einen Blick unter die Haut, in Bereiche, in denen Verletzlichkeit, Angst und Transformation sichtbar werden. Ihre Bildwelten oszillieren zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos, zwischen Urschlamm und kosmischer Ferne, und entziehen sich einer eindeutigen Verortung.

Im Ansatz bin ich Malerin, jedoch in den letzten Jahren hat sich meine Arbeit immer wieder in Richtung Rauminstallation erweitert.
Transparenz ist einganz wichtiger Aspekt in meiner Arbeit, und dem experimentieren mit Materialien sind kaum Grenzen gesetz.
Naturstoffe wie Hanf, Leinen, Gaze, Leinöl und auch Haare wie Latex, Schaumstoff , Plexiglas, Leim, es geht vor allem um die expressive,
auf das Körpergefühl einwirkende Anmutung der Materialien.
Körper und Körperlichkeit.
Das Eigengefühl des Körpers als Kontaktstelle zwischen „ Ich „ und der Welt, die eigentümliche und rätselhafte Tatsache, dass wir als Menschen einen Körper nicht nur haben, sondern sind und dennoch die Vorgänge in unserem Innern nur bedingt verstehen und kontrollieren können
- all das samt der Paradoxien und der Irritationen die sich daraus ergeben sind die thematischen Grundlagen meiner Arbeit.